Das Gebiet um Kvikkjokk liegt im Randbereich der borealen Nadelwaldregion. Zum Gebirge hin klingt die Fichte rasch aus und die subalpine Zone wird vom typischen Birkenwald beherrscht, der zur baumfreien Tundra der Hochtäler, Hochplateuas und Gipfelregionen vermittelt. Das Vorhandensein der Fichte gibt dem Kvikkjokkgebiet einen ganz eigenen Charakter, der sich auffällig von den weiter nördlich gelegenen Gebieten (Kebnekaisegebiet, Abiskogebiet) abhebt.

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In Kvikkjokk reicht die Taiga in einem sehr steilen ökologischen Gradienten nah an die schnee- und gletscherbedeckten Berge heran, was die Vielfalt und den Reiz der Landschaft erhöht. Von besonderer Schönheit ist das Flussdelta mit zahlreichen Flussschlingen und -armen. Der vielgestaltigen Landschaft entspricht auch eine Vielfalt an Habitaten: Im Kvikkjokkgebiet können Adler und Elche und Rentiere beobachtet werden, in den weniger begangenen Tälern (z.B. Njatjosvagge) sind auch Bären zuhause.

Vorschlag für eine Snjerak-Wanderung

Zweitägige Tour über den Snjerak zum See auf der nördlichen Hangschulter.  Zu sehen ist  ein bemerkenswertes subalpines Moor mit Torfhügeln („pounikkos“), die Ökologie der Waldgrenze, Frostmusterböden, alpine Heiden und Windheiden. Herrlicher Blick auf das Kvikkjokkdelta sowie zu den Sarekbergen.

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Specials: Angeln von Röding (Saibling) mit etwas Glück möglich; auf dem Nordhang halten sich häufig Elche auf, Adler wurden hier ebenfalls schon gesehen.

Pårtegletscher/Rapadalen

Wir sind im August 2005 eine sechstägige Tour zum Partegletscher gelaufen und haben Tageskilometer und Höhenprofil aufgenommen. Ich wollte diese Tour eigentlich ab Sommer 2006 für Gruppen von vier bis acht Teilnehmern anbieten.

Das Gebiet hat sich wieder einmal als wunderschön und abwechslungsreich erwiesen.

Es hat sich allerdings gezeigt, dass Durchhaltevermögen und eine gute Vertrautheit mit der eigenen Ausrüstung (Schuhe!!) erforderlich sind, um die Wanderung inclusive Gletscherbesuch und Blick vom Vaikantjacka ins Rapadalen in sechs Tagen durchzuführen. Die kilometerlangen Geröllfelder unterhalb des Gletschers strapazieren die Sehnen und Fussgelenke stark und manche Etappe ist recht lang. Der häufig starke Windeinfluss sowie die exponierten Zeltplätze erfordern warme Kleidung, die über das Lightweight-Mass hinausgeht. Wir hatten Anfang August -3°C.

Ich möchte die Tour also vorerst nur als Vorschlag für Selbstwanderer präsentieren und stehe lediglich auf Anfrage als Führer für kleine Gruppen mit Erfahrung zur Verfügung.

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Gletschertor des Partegletschers August 2005

Sechstägige Tour zum Pårtegletscher über den Vaikantjåkkå (Blick auf das  Rapadelta).
84,5 km reale Laufstrecke.

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Bei dieser Wanderung sind zunächst eineinhalb Wandertage erforderlich, um aus dem weitläufigen Waldland heraus in die alpine Zone zu gelangen. Dabei läuft man zunächst von Kvikkjokk auf dem Kungsleden durch lichte Fichtenwälder, bis man den Stuor Tata, einen malerischen See, erreicht.

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Von dort läuft man durch Niedermoore und lichte Wälder bis zur Partestuga, einer Hütte des STF (16,4km). Hier bietet sich eine Uebernachtung im Wald oder der Hütte an. Am zweiten Tag verlässt man den Kungsleden nach etwa 2 Kilometern und steigt in nördlicher Richtung durch den subalpinen Birkenwald bis zur Baumgrenze. Dann läuft man angenehm durch niedrigwüchsige Krähenbeerentundra und hier und dort durch Grauweidengebüsch. Man kann mit schöner Aussicht auf der Südseite des Vaikantjacka auf etwa 1050m Höhe zelten (10,9km).

Am dritten Tag kann man ohne Gepäck in recht kurzer Zeit auf den Kamm des Vaikantjacka steigen (etwa 200 Höhenmeter) und hat von dort einen herrlichen Blick ins Rapatal, und dort auf den Nammatj (Rundhöcker) auf den steil abfallenden Skierfe sowie auf das beeindruckende Rapadelta, eines der letzten Urstromtäler Europas.

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Dann geht es hinab zum Zelt und nach dem Zeltabbau immer am Hang des Vaikantjacka entlang, bzw. um dessen Südwest-Ausläufer herum (um oberhalb der Grauweiden zu bleiben) in westlicher  Richtung. Schliesslich verlässt man den Berghang und läuft nach Westen zur Wasserscheide der Hochebene zwischen Katokjakka und  Ivarlako. Dort findet sich ein riesiges Niedermoor mit Millionen von Wollgrasköpfchen, das man bei trockener Witterung mit guten Stiefeln trockenen Fusses durchschreiten kann. Bei Hochwasser wird es schwieriger......

Dann steigt man am Osthang des Parektjakka-Massives stetig bergan bis man die Niedermoore verlassen hat und läuft in nördlicher Richtung bis man den vom Partemassiv nach Osten quer verlaufenden Katokjakka erblickt. Hier finden sich am Hang auf etwa 920 - 950 m Möglichkeiten, das Zelt sicher aufzubauen (9,4 Tageskilometer). Die Windgeschwindigkeiten sind hier allerdings schon recht hoch. Von einem Zeltlager weiter aufwärts zum Partegletscher hin wird wegen des ausgeprägten Düseneffektes (Zusammendrängung der Stromlinien) abgeraten. Am vierten Tag läuft man nur mit Tagesgepäck (warme Kleidung, Regenkleidung, Proviant, Biwacksack) in nordwestlicher und schliesslich westlicher Richtung durch alpine Heiden in das Tal nördlich des Partemassives hinein. Auf dieser Route gelangt man zwangsläufig auf die südliche Talflanke und bleibt bis zum Gletscher auf dieser Seite. Jegliche Durchwatung des Katokjakk ist lebensgefährlich und dringend zu unterlassen!!
Nach einigen Stunden ermüdenden Marsches über die immer jüngeren Moränenstadien und Schuttflächen erreicht man die Gletscherzunge des Partegletschers. Hier läuft man nur noch auf instabilem, frisch abgelagertem Schutt. Da es sich um scharfkantiges basaltisches Material handelt, sind die Belastungen für die Schuhe hoch. Bei schlechtem Wetter wird davon abgeraten, bis zur Gletscherzunge zu laufen, da kaum Möglichkeiten für ein Biwak bestehen. Von einer Begehung wird allen gletscher- unkundigen Wanderern dringend abgeraten. Der Gletscher weist einige tiefe, etwa 60cm breite lebensgefährliche Spalten auf und wird stark unterspült. (Tageskilometer 17).

Vom Zeltlager aus läuft man am fünften Tag immer recht hoch am Hang (ca. 950 m) um den ganzen Parektjakka herum nach Süden/Südwesten bis man auf dem Südabfall des Gebirges bei etwa 950m NN auf den Kaskakarsajakatj trifft, einen recht tief eingeschnittenen Bergbach, der hinab zur Parek-Sameviste führt. Man läuft auf der Westseite (Durchwatung rel. unproblematisch) des Baches hinab bis zur Parek-Samensiedlung, wo man wieder in den subalpinen Birkenwald eintritt. Von dort folgt man dem Pfad durch ein idyllisches Moorgebiet nach Süden bis der Pfad schliesslich wieder auf mineralischem Grund ansteigt (Lulep Varto) und in den Fichtenwald führt. Hier findet man am See gute Zeltplätze (16,8 km).

Am sechsten Tag läuft man durch lichte Fichtenwälder immer nach Süden, bis man kurz vor dem Njakajakka auf den Kungsleden trifft. Nun geht es auf dem bereits bekannten Weg abwärts nach Kvikkjokk (13,7 km).

Die Uebernachtungen in der Hochebene erfordern ein windfestes Zelt und einen warmen Schlafsack. Bei dieser Tour müssen 6 - 7 kg Nahrung mitgenommen werden, so dass der Rucksack etwas schwerer wird als bei den kürzeren Touren um Abisko.

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Es ist der Moosglöckchen-Fichtenwald als Element der schwedischen Taiga zu sehen, ausserdem die Struktur der Waldgrenze. In den Hochlagen können Frostmusterböden, Schneeböden, Quellfluren  und Fliesserden betrachtet werden. Das Hauptinteresse gilt dem Partegletscher, der zu den größeren Gletschern außerhalb des Kebnekaisemassivs zählt und dessen Gestalt (Gletschertor, Mittel-, End-, Seitenmoränen, Gletscherzunge) sehr gut zu beobachten ist.

Specials: Clamydomonas nivalis, eine Alge die auf Eis lebt; der Rollfarn (arktischer Farn, der im Schwarzwald noch als Relikt vorkommt und auch in Skandinavien selten ist); riesige Quellfluren mit dem arktischen Moos Pohlia wahlenbergii ssp glacialis, ein Blick ins Rapadelta.

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